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OPTIMISTISCHE FARBTUPFER FÜR DUNKLE TAGE

Die kolumbianische Künstlerin, Natalia Pontón, stellt in den folgenden Monaten in der Klinik Höchst in Frankfurt ihre Werke aus. Wir laden Sie herzlich ein, den veröffentlichten Artikel in der Zeitung Frankfurter Neue Presse zu lesen.

Das kühle Foyer des Klinikums Höchst ist nun ein Ausstellungsraum: Zum ersten Mal wird Besuchern, Mitarbeitern und Patienten Kunst präsentiert, die zum Nachdenken, zum Gespräch anregen und Mut machen soll.
 
Gefäßchrirurg Thomas Broszey schaut sich drei Bilder der kolumbianischen Künstlerin Natalia Pontón an
Gefäßchrirurg Thomas Broszey schaut sich drei
Bilder der kolumbianischen Künstlerin Natalia Pontón an.
Foto: Schöppner

 
Das kühle Foyer des Klinikums Höchst ist nun ein Ausstellungsraum: Zum ersten Mal wird Besuchern, Mitarbeitern und Patienten Kunst präsentiert, die zum Nachdenken, zum Gespräch anregen und Mut machen soll.
Höchst. Ein Mädchen ist mit dünnen weißen Fäden mit dem Mond verbunden. Doch das in dunklen Tönen gestaltete Bild heißt nicht etwa «Luna» (Mond), sondern «Flor» (Die Blume). Der Betrachter muss einen Schritt im Foyer des Klinikums Höchst zurücktreten, um zu erkennen, dass sich dann die weiße Scheibe, die dünnen Fäden und das Mädchen tatsächlich zu einer Art Blume verbinden. «Magischer Realismus» wird der Stil genannt, von dem sich die kolumbianische Künstlerin Natalia Pontón inspirieren lässt. Und magischer Realismus bedeutet sowohl in der Kunst als auch in der Literatur: Mythen, Märchen und Wunder werden mit einer Beiläufigkeit geschildert, als ob sie vollkommen selbstverständlich zur realen Welt gehören.
Eine besondere Spannung bauen die Bilder zu ihrer kühlen Umgebung auf: Hier trifft künstlerische Magie auf den Charme eines profanen Zweckbaus. Davon, dass diese Kombination funktionieren kann, zeigte sich bei der Vernissage der Ausstellung «El sol brilla aun en la noche» (Die Sonne scheint auch nachts) Dr. Lothar Schrod, Chefarzt der Kinderklinik, überzeugt. Er spricht der Kunst eine bessere Wirkung auf die Heilungsprozesse zu, als dem Aufstellen weiterer Gummibäume. Schließlich sei die am Dienstagabend gestartete Reihe «Kunst in der Klinik» ein Beitrag zur Entschleunigung, eine Einladung vor Bildern innezuhalten und sich Gedanken zu machen. «Hier kommen täglich hunderte Patienten und Besucher vorbei.» Über eine solche Frequentierung würde sich jeder Galerist freuen.
Und natürlich dürfen sich auch die Mitarbeiter der Klinik die Werke anschauen. Gefäßchirurg Thomas Broszey ließ die Bilder «Das Fliegen», «Die Feder» und «Der Granatapfel» auf sich wirken – Bilder, die in warmen Farbtönen gehalten Optimismus verbreiten. «Ich finde es gut, dass sich das Krankenhaus öffnet», kommentierte er die Entscheidung, das Foyer mit Kunstausstellungen aufzuwerten.
Auch die Künstlerin aus Bogotá ist mit dem Ausstellungsort zufrieden. «Mir gefallen die öffentlichen Orte. Hier ist es eine Überraschung für die Besucher, dass sie Bilder zu sehen bekommen. Und die Reaktionen der Patienten waren sehr positiv», sagte die 26-Jährige im Gespräch mit dem Kreisblatt. In ihrer Heimat lehrt die Malerin und Performance-Künstlerin nicht nur Kunstgeschichte, sie arbeitet auch ehrenamtlich mit traumatisierten Kindern. Mit Jungen und Mädchen, die in dem von Gewalt zerrissenen Land schlimme Erfahrungen gemacht haben, produziert sie kleine Animationen, die sich aus vielen Einzelfotos zusammen setzen. Noch bis Januar werden ihre Gemälde im Foyer des Krankenhauses zu sehen sein. In dieser Zeit wird sie mit Kindern, die im Sozialpädiatrischen Zentrum behandelt werden, Bilder malen. öp (öp)
Artikel vom 25. November 2010, 03.21 Uhr (letzte Änderung 25. November 2010, 05.04 Uhr)
 
http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/optimistische-farbtupfer-fuer-dunkle-tage_rmn01.c.8454962.de.html




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